Ausserordentliche Menschen machen Geschichte. Winston Churchill (1874-1965) tat dies in unglaublichem Mass. Er war 60 Jahre lang Member of Parliament, bekleidete acht verschiedene Ministerien und war zweimal Premierminister (1940-1945, 1951-1955). Als Journalist und Autor schrieb er mehr Bücher als William Shakespeare und Charles Dickens zusammen, deren jeweiliges Gesamtwerk Bücherregale füllt. 1953 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Ganz nebenbei malte er um die 600 Ölbilder, vorab Landschaften. Hätte der Zweite Weltkrieg nicht stattgefunden, so würden ihn heute nur noch spezialisierte Historiker kennen, denn von 1929 bis 1939 war er politisch isoliert. Man nennt diese Periode „The Wilderness Years“. Doch 1939 besinnte man sich auf seine Fähigkeiten zurück und Churchill wurde (zum zweiten Mal) Marineminister. 1940 beerbte er den todkranken Neville Chamberlain als Regierungschef, notabene gegen den Willen der konservativen Parteigranden. Seine Ernennung verdankte er der Labour-Partei.
Kaum im Amt entwickelte der 65jährige Mann, dessen Karriere bis zum Kriegsausbruch eine Berg-und-Talfahrt gewesen war, titanische Kräfte. Der ehemalige Kavallerist mit Kriegserfahrung auf vier Kontinenten (1895-1901, 1914-1918) wurde im besten Sinne des Wortes zum Warlord und zu einem der grössten Kommunikatoren aller Zeiten.
Und dies führt uns direkt zum zweiten Hauptthema unserer Reise: zur Battle of Britain. Die Luftschlacht um England gehört zu den 100 wichtigsten Schlachten der Menschheitsgeschichte. Für den Zweiten Weltkrieg war sie insofern matchentscheidend, als Hitler mit seinem Versuch, die Royal Air Force zu zerstören und somit die Basis für eine Invasion in Grossbritannien zu legen, scheiterte und damit den im Endeffekt selbstzerstörerischen Zweifrontenkrieg initiierte (die Alliierten im Westen – die Sowjetunion im Osten).
Ohne England, das als gigantischer Flugzeugträger genutzt wurde, wäre die Landung in der Normandie (6. Juni 1944) niemals möglich gewesen.









